Prophylaxe

Was bedeutet Prophylaxe?

Prophylaxe beutet Vorbeugung. In der Zahnmedizin bezieht sich die Vorbeugung auf Karies (Löcher) und auf Parodontalerkrankungen (Parodontose). Beide Erkrankungen verursachen hohe Behandlungskosten und sind die beiden häufigsten Ursachen für Zahnverlust. Zahnverlust führt wiederum zu hohen Behandlungskosten, da Zahnersatz teuer ist. Da man heute die Ursache beider Erkrankungen kennt, kann man beiden Erkrankungen vorbeugen.

Zahnverlust ist vermeidbar. Wir möchten Ihnen dabei helfen.

Was ist eine Parodontalerkrankung?

Parodontalerkrankungen sind der Hauptgrund, dass jenseits des 30. Lebensjahres Zähne verloren gehen und somit Zahnersatz notwendig wird.

Ein Zahn ist mit seinem Zahnbett im Kieferknochen verankert, ähnlich wie ein Zaunpfahl im Erdreich. Sind mehr als zwei Drittel im Untergrund verankert, ergibt dies einen sicheren Halt. Ist nur ein Drittel im Erdreich verankert, beginnt der Pfahl zu schwanken. Das gleiche gilt für die Zähne.

Parodontalerkrankung bedeutet, dass die Umgebung des Zahnes erkrankt ist. Das Weichgewebe und der Knochen um die Zahnwurzel herum werden als Parodontium bezeichnet. Wenn sich das Gewebe abbaut, verliert der Zahn seinen Halt. Das Ende ist Zahnausfall. Zu betonen ist, dass eine Parodontalerkrankung keine Beschwerden macht, erst im Endstadium durch die starke Zahnlockerung.

Parodontalerkrankungen werden durch bakteriellen Zahnbelag ausgelöst (Plaque). Die Plaque ist eine weiße, zähe Masse, die sich tagtäglich auf den Zähnen bildet. Plaque enthält pro mg Nassgewicht 1.000.000 bis 100.000.000 Bakterien! Die Plaque ist so zäh, dass sie durch Mundausspülen nicht zu entfernen ist.

Wenn die Plaque nicht täglich häufig und sorgfältig genug entfernt wird, führt sie neben Karies (Löchern) zu Entzündung des Zahnfleisches. Das Zahnfleisch blutet bei Berührung. Blut bedeutet bis auf wenige Ausnahmen in der Medizin immer Erkrankung!

Das Auftreten von Blutungen im Mund stellt eines der wichtigsten Warnzeichen dar. Eine Parodontalerkrankung beginnt immer mit einer solchen Zahnfleischentzündung. Gesundes Zahnfleisch ist hellrosa und liegt dem Zahn eng an.

Das entzündete Zahnfleisch ist gerötet und geschwollen (schmerzlos), verdeckt den Krankheitsprozess und täuscht dem Patienten scheinbare Gesundheit vor.

Wir empfehlen Ihnen, in die Prophylaxe einzusteigen, wenn wir eine Zahnfleischentzündung bei Ihnen festgestellt haben. Da das entzündete Zahnfleisch nicht mehr dem Zahn eng anliegt, schiebt der Zahnbelag sich unter das Zahnfleisch und verhärtet zum Teil auf der Wurzeloberfläche. Hier ist er für den Patienten nicht zu entfernen. Es bildet sich eine Tasche aus. Der weiche und harte Zahnbelag unter dem Zahnfleisch schiebt sich immer weiter in die Tiefe wie ein Stoßkeil. Der Knochen baut sich daraufhin ab. Der Zahn verliert mehr und mehr seinen Halt. Schließlich fällt er aus.

Was ist Karies?

Karies bedeutet Zahnfäule, Löcher in den Zähnen. Die Ursache ist, wie bei der Parodontalerkrankung, der bakterielle Zahnbelag.

Karies wird behandelt durch Füllungen, oder dort, wo keine Füllung mehr zu verankern ist, durch Kronen. Häufig führt Karies auch zu Erkrankungen des Zahnmarks. Dann kann versucht werden, den Zahn durch eine Wurzelkanalbehandlung zu retten. Ein wurzelbehandelter Zahn zieht eine Überkronung nach sich.

Insgesamt hat ein Zahn mit einer tieferen Füllung einen „Knacks für‘s Leben". Er hat ein viel höheres Risiko, an den Folgeerkrankungen der Karies zu erkranken (Zahnmarkentzündungen) als ein gesunder oder geringfügig gefüllter Zahn. Es ist also keineswegs so, dass mit einer Füllung oder Krone das Problem ein für alle Mal erledigt ist. Zumal kein Füllungsmaterial ewig hält, irgendwann wieder ausgetauscht werden muss. Zahnsubstanz wächst nie wieder nach.

Wie kann man vorbeugen?

Die bakteriellen Beläge sind die Ursache beider Erkrankungen. Sie bilden sich täglich aufs neue. Die Vorsorge besteht darin, die Beläge besser zu entfernen.

Die Mundgesundheitsstudie von 1999 hat ergeben: Es ist wissenschaftliche bewiesen, dass eine möglichst exzellente häusliche Mundhygiene in Verbindung mit einer Prophylaxesitzung ca. 2 mal pro Jahr und zwei zahnärztlichen Untersuchungen pro Jahr hervorragend vor Karies und Parodontalerkrankungen schützt.

Was geschieht in einer Prophylaxesitzung? Wie erreiche ich eine exzellente häusliche Mundhygiene?

Sie bekommen einen Termin bei unserer Prophylaxehelferin. Sie bestimmt den Entzündungsgrad Ihres Zahnfleisches, färbt die Zahnbeläge an, so dass Sie beide sie sehen können, zeigt Ihnen die „Schwachstellen" Ihres Zähneputzens, zeigt und übt mit Ihnen die richtige Zahnputztechnik und die Reinigung der Zahnzwischenräume, reinigt dann anschließend Ihre Zähne gründlich (professionelle Zahnreinigung), entfernt aufgelagerte Verfärbungen (Tee, Kaffee Nikotin) glättet und poliert die Zähne, so dass sich weniger Belag anhaften kann und trägt dann ein stark fluoridhaltiges Mittel auf die Zähne auf , um den Zahnschmelz widerstandsfähiger zu machen. Ihre Zähne erhalten ihr natürliches Weiß zurück. Sie versuchen zu Hause, das Gelernte so gut Sie können anzuwenden und sich zur Gewohnheit zu machen. Während dieser Phase klingt die Zahnfleischentzündung ab.

Sie werden erkennen, wie das Zahnfleisch sich strafft und die Blutung aufhört. Ihr Atem wird frischer. Diese Behandlung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse ab dem 18. Lebensjahr nicht.

Bitte stellen Sie sich selbst die Frage, wie wertvoll Ihre Zähne für Sie sind. Ob Sie vor allem bereit sind, alte Gewohnheiten zu ändern und zur Nachsorge regelmäßig, d.h. in den empfohlenen Zeitabständen zu kommen. Und ob Sie letztendlich bereit sind, für den Erhalt Ihrer Zähne Geld einzuplanen. Wenn Sie dazu bereit sind, tun Sie sich selber den größten Gefallen. Kein (teurer) Ersatz ist so gut wie die eigenen Zähne.

Behandlungen zu vermeiden sollte auch gerade in Zeiten immer dünner werdender Kassenleistungen von besonderem Interesse sein.

Gemeinschaftspraxis
Dr. Jörg Umfermann MOM, M.Sc.
Dr. Isabel Hespe-Umfermann

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Tel. +49 5202 6454


Standort Heiligenkirchen
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Aufnahmebogen

Wir möchten Sie bitten, sich den Aufnahmebogen auszudrucken und in Ruhe zu Hause auszufüllen. Bitte, bringen Sie diesen zum ersten Termin mit. Alle Daten unterliegen selbstverständlich der ärztlichen Schweigepflicht.